✽•*¨*•๑✿๑★ Autoreninterview ★๑✿๑•*¨*•✽

1. Wer ist Dietmar Hesse/Dinah Herbst? Magst du dich mal vorstellen?

Entschuldige, mich selbst vorzustellen, ist nicht einfach. Bei Amazon hört sich das so an: Dinah Herbst/Dietmar Hesse – Ich wohne alleine in einer kleinen Wohnung in einem Ort in der Nähe von Hannover. Meine Kids leben im Ausland. So habe ich die Zeit, an den Ideen zu feilen.
Im letzten Jahr haben mich Ereignisse im privaten Bereich für lange Zeit zurückgeworfen. Jetzt habe ich mich davon erholt, und spiele wieder mit.

2. Die wohl meistgestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen? Und wieso unter einem männlichen und weiblichen Pseudonym?

Geschrieben habe ich seit meiner Schulzeit. Leider gibt es keinen der Aufsätze aus dem Deutsch-Unterricht mehr. Danach spielte ich Gitarre und versuchte mich in Liedtexten. Gedichte folgten. An Geschichten fing ich erst spät an, zu arbeiten. Immer wieder unterbrochen, brauchte ich für den ersten Roman sieben Jahre, bis er für mich fertig war.

Zum Pseudonym: Ich arbeitete für den zweiten Roman eng mit Kolleginnen zusammen. Als »Duft der Zypressen« herauskommen sollte, meinten sie, für einen Liebesroman bräuchte ich ein weibliches Pseudonym. Sie hatten überzeugende Argumente. So entstand in einem langen Telefonat mit meiner Freundin und Cover-Designerin der Name »Dinah Herbst«.

Zurzeit arbeite ich parallel an einem Krimi und einer Liebesgeschichte. Vielleicht erscheint der Krimi dann unter meinem richtigen Namen.

3. Hast du Rituale beim Schreiben? Wenn ja, welche?

Rituale… lach. Nach dem Frühstück an den Rechner setzen, die letzten Seiten lesen und daran anknüpfen. Die Worte fließen nur so ins Manuskript. So wäre es top. Ich höre Musik, die zur Szene passt, versuche, mich einzufühlen, in die Situation. Gute Stimmung brauche ich, da gehört einiges dazu. Wenn ich merke, dass es läuft, schalte ich alles andere ab. Dann bin ich nicht zu erreichen. Da entstehen schon mal einige tausend Wörter am Tag. Ob die den Tag überstehen, das steht auf einem anderen Blatt.

4. Du hast bereits mehrere Romane veröffentlicht. Willst du uns verraten wie viele? Ich kenne nur „Schneegestöber“ von dir und mit 14 anderen Autoren….

Ohne Ahnung einfach mal so veröffentlichte ich meinen ersten Roman. »Achterbahn« fand nur wenige Leser. Schneegestöber, die Anthologie, zu der ich eingeladen wurde, hatte da mehr Erfolg. Die 14 anderen lieben Kolleginnen hatten einen Namen als Autor und ich war der Exot in der Runde. Wir konnten mit dem Erlös für das Buch der Stiftung Bärenherz helfen. Es gab dann noch eine Anthologie, bei der ich mitgeschrieben habe. »Sommer und noch mehr«, herausgegeben vom Autoren-Netzwerk.

Auf Messen und Events traf ich mich mit Kolleginnen, nervte sie mit Fragen und lernte viel von ihnen. 2017 veröffentlichte ich »Duft der Zypressen«, den ersten Teil der Toskana-Geschichten. Ein Jahr später dann »Raunen der Zypressen«, den zweiten Teil der Story um Eva und Jan. Am 30. April 2019 brachte ich die überarbeitete Version meines Debüts mit neuem Cover und dem Titel »Threats – Umweg für die Liebe« heraus. Der neue Roman ist in Arbeit und wird, wenn alles glattgeht, im Sommer erscheinen. Da geht es um einen begehrten Junggesellen. Auf den ersten Blick ein »Bad Boy.« Ach ja, an einem Krimi arbeite ich auch gerade.

5. Wenn Du eine traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, fühlst du dann mit?

Ich muss das, worüber ich schreibe, auch fühlen. Der Leser merkt sonst sofort, dass ich nicht bei der Sache war. Mir hat mal ein erfolgreicher Autor gesagt, du kannst nur über etwas schreiben, dass du am eigenen Leib erfahren hast. Bekommt dein Protagonist eine Faust in den Magen und du hast noch keine Schlägerei mitgemacht, lass dir in den Bauch schlagen. Dann kannst du erzählen, wie es sich anfühlte.

6. Könntest du deinen Arbeitsplatz beschreiben? Ich bin neugierig...

Ich bin in der glücklichen Lage, einen separaten Büroraum zu haben. Hier steht mein Schreibtisch. Ein Laptop mit zweitem Monitor und zwei Druckern, an der Wand zwei Pinnwände und ein Regal mit den Signierten Büchern der Kolleginnen und Kollegen. Hier kann ich mich bei Recherchen ausbreiten und wenn die Tür geschlossen ist, ist das Chaos weggesperrt.

7. Angenommen, du hättest ausreichend Geld, um dir deinen Traum zu verwirklichen: Wo auf dieser Welt würdest du am liebsten dein Schreibdomizil errichten?

Vor zwei Jahren wäre meine Antwort spontan »Die Toskana« gewesen. Heute muss ich aus gesundheitlichen Gründen andere Dinge mit einfließen lassen. Ich würde gerne die Zelte auf Mallorca aufstellen. Gut, kein Zelt, aber abseits vom Ballermann gibt es da wunderbare Ecken.

8. Welcher deiner Träume, die du nachts hattest, würdest du gerne im wirklichen Leben erleben? Hast du schon einmal darüber nachgedacht, den Traum in einem Roman einfließen zu lassen?

Seit ich schreibe, erinnere ich mich nur an Träume, in denen ich an kniffeligen Szenen des aktuellen Projekts weiterschreibe. Die Träume und Visionen der Jugend besuchen mich schon lange nicht mehr. Das ist für mich kein Verlust, ich mache eh für mich das Beste aus jeder Situation.

9. Wenn du an die Schule zurückdenkst, was war da dein liebstes und welches dein verhasstestes (ähm .. ist das ein Wort?) Fach – und wieso?

Ha, Schulzeit. – Mathe fand ich toll, Deutsch und Englisch haben mir gefallen. Da hatte ich hübsche Lehrerinnen und ich hab den Stoff begriffen. Latein war ein Gräuel. Da besitze ich nur noch das Asterix-Wissen.

10. Welches von den folgenden trifft eher auf dich zu?

Kaffee oder Tee? – Kaffee
Sommer oder Winter? – Sommer, der Winter ist nett, aber nicht meins.
Gut oder Böse? – Was ist gut, was böse. Im Roman brauche ich beides. Zu welcher Sorte ich gehöre, müssen andere entscheiden.
Süß oder Sauer? – Ich liebe beides.
Print oder Ebook? – Für uns ist Ebook Pflicht, Print ist die Kür, gehört dazu.
Film oder Buch? – Ich lese lieber, Filme hinterher.
Fernsehen oder Lesen? – Lesen