
✽•*¨*•๑✿๑★ Autoreninterview ★๑✿๑•*¨*•✽
1. Wer ist Kerstin Lange? Magst du dich mal kurz vorstellen?

Neben Mama, Oma, Ehefrau und Hundemutter, ehemalige Bilanzbuchhalterin und Gern-Renoviererin bin ich sehr froh, als Autorin und Sprecherin angekommen zu sein. Ich liebe es, mir Geschichten um Menschen auszudenken.
2. Die wohl meist gestellte Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Tatsächlich wollte ich, als meine Tochter alt genug war, etwas anderes machen. Der Beruf der Buchhalterin hatte mir Sicherheit und Struktur gegeben, aber ich wollte neue Wege gehen. Die Liebe zum geschriebenen Wort war schon immer da, auch wenn es mir utopisch vorkam, daraus einen Beruf zu machen. Aber selbst beim Verfassen von Geschäftsbriefen mochte ich am liebsten das Feilen an Formulierungen, um es auf den Punkt zu bringen. Mein Mann hat mich unterstützt ich habe Seminare zum Handwerk des Schreibens besucht und irgendwann meinen ersten Kurzkrimi veröffentlich, erste Auszeichnungen bekommen. Ab da wollte ich nichts anderes mehr.
3. Soeben ist dein neuer Roman “Der Himmel über dem Tulpenfeld” bei Tinte & Feder erschienen. Die Geschichte handelt von einer jungen Frau, in Holland 1940, die um ihren Tulpenhof, um ihre Familie und die Liebe kämpft. Femke und Arif sind beide noch recht jung, und doch haben sie inmitten von Hunger, Bombardierung und Verrat die Hoffnung auf gute Zeiten. Wie kam dir die Idee zu diesem Roman und was möchtest du uns mit der Geschichte mitteilen?

Für die Idee zu „Der Himmel über dem Tulpenfeld“ muss ich etwas ausholen. Ich liebe die Niederlande, verbringe viel Zeit dort und habe auch niederländische Freunde. Mir war wenig über die niederländischen politischen Verhältnisse der damaligen Zeit bekannt. Das änderte sich, als mir eine holländische Bekannte erzählte, dass es in ihrer Familie Nazianhänger gab und sie von ihrem Vater einen Koffer mit Unterlagen, Fotos und Briefen geerbt hatte, die seine Aufarbeitungen mit der Vergangenheit seines Vaters dokumentierten. Wenn sich ein Thema, das mich packt, in mir festsetzt und mich nicht loslässt, muss ich daraus etwas machen.
4. Erzähl uns doch ein wenig aus deinem Schreiballtag. Wie sieht ein typischer Schreibtag bei dir aus? Hast du bestimmte Rituale?

Mein typischer Arbeitsplatz ist mein Schreibtisch in meinem Büro. Aaaaaaber … ich stelle immer häufiger fest, dass mich eine immer gleiche Umgebung einengt. Also wandere ich mit meinem Laptop: nach draußen in den Garten, an den Küchentisch, aufs Sofa. In den ersten Jahren habe ich immer zu einer bestimmten Uhrzeit morgens begonnen – ähnlich wie meine Büroarbeit. Aber das hat sich aufgeweicht. Manchmal stehe ich ganz früh auf und arbeite im Schlafanzug an meinem Manuskript, manchmal kann ich erst abends weitermachen. Mein Mann nennt es Künstlerleben. Und ich muss sagen, dass ich es genieße.
5. Wenn du eine traurige, witzige oder spannende Szene schreibst, fühlst du dann mit?
Immer. Ich bin sehr froh, dass mich niemand beim Schreiben beobachtet. Denn ich lache und spreche laut vor mich hin, wenn ich eine witzige Szene schreibe. Genauso bin ich traurig, wenn es dramatisch wird. Man konnte behaupten, ich schreibe mit vollem Körpereinsatz.
6. Was machst du hinterher, wenn das Buch beendet und veröffentlicht ist? Stürzt du dich gleich in den nächsten Schreibmarathon?
Leiden. Nachdem ich das Manuskript fertig gestellt und das Lektorat überlebt habe (das ist natürlich ein Scherz – aber da wird es ja noch einmal richtig intensiv), warte ich auf das Cover. Auch ein ganz aufregender Moment. Aber wenn das Buch dann tatsächlich erhältlich ist, bin ich ganz aufgeregt, was die Leserinnen und Leser sagen und befinde mich in einer Art Schwebezustand. Das mag ich eigentlich gar nicht , weil es mich so verletzlich macht. Eigentlich müsste ich mich ins nächste Buch-Abenteuer stürzen, aber dafür ist es mir oft zu früh. Ich bin dann gedanklich noch immer am gerade veröffentlichten Buch. Aber ich arbeite an mir.
7. Was ist bis jetzt der Schönste Moment in deiner bisherigen Zeit als Autorin gewesen?
Wiederkehrende Momente, die ich liebe, sind Lesungen. Den direkten Austausch und Kontakt mit den Leser:innen. Wenn sich jemand für das Buch bedankt, weil es ihm etwas gegeben hat, das geht mir das sehr nah und bedeutet mir unendlich viel. Egal ob als Brief oder in einem Gespräch. Ein sehr toller Moment war eine Reise nach Dublin, die ich antreten konnte, weil ich den ersten Platz eines Wettbewerbs gewonnen hatte. Mich dann in der damaligen Maxi-Zeitung neben Tana French abgebildet zu sehen, war bewegend und rührt mich noch heute.
8. Du hast auch noch andere Bücher geschrieben? Erzähle uns davon…
Angefangen habe ich mit Kurzkrimis und regionalen Krimis. /Stromschwimmer/, /Riesling und ein Mord/, /Speyrer Geheimnisse/ sind im Emons-Verlag erschienen, /Lügenbilder /im Wellhöfer Verlag. Es gibt zwei Eifelkrimis, die im Wurdack Verlag erschienen, aber weder Verlag noch Bücher gibt es noch. So erging es auch den beiden Neuss-Krimis. Mit den historischen Werken, /Eine leise Ahnung von Glück /war das erste, fühle ich mich aktuell wohler. Es folgten zwei Portugal-Romane und nun derHolland-Roman. Es heisst aber nicht, dass ich nicht doch noch einmal einen Krimi schreiben werde.
9. Liest du auch selbst gerne mal ein Buch? Wenn ja, welches Genre bevorzugst du dann persönlich?
Ich lese querbeet. Gerne Spannungsromane, Krimis, Thriller, Biographien, Gesellschaftsromane. Allerdings keine Liebesromane.
10. Und nun noch etwas spontanes… was fällt dir mit deinen Namenbuchstaben sofort ein?
K affee
E is
R isiko
S pannung
T iramisu
I nkompitent
N ase
L angeweile
A nders
N ie
G emeinschaft
E selsbrücke
Blogtour-Fahrplan:
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